Biokovo

Biokovo

Ein Gebirge mit den Wurzeln im Meer und der Stirn in den Wolken

Die riesige Gebirgskette der Dinariden ist nirgendwo dem Meer so nah gekommen und hat nirgendwo ein so aufregendes und eindrucksvolles Bild geschaffen wie an der Makarska-Küste. Der Blick vom Meer auf die imposante Wand des Biokovo mit seinen Felsen, Geröllfeldern, Spalten und Türmen ist das Hauptmerkmal dieses Teils der Adriaküste und unumgängliche Szene auf allen Ansichtskarten der Makarska-Riviera. Nicht minder eindrucksvoll ist der Blick von den Gipfeln und steilen Felswänden des Biokovo, der auf das blaue Meer und den schmalen grünen Küstengürtel in der Tiefe hinausgeht.

Biokovo
Alan Čaplar

Der Fuß des mittleren Teils des Biokovo ist eine leicht geneigte Hochebene, die sich vom Meer bis zu 300 m hoch erhebt und grün und fruchtbar ist. Über diesen grünen Gürtel ragt ein tausend Meter hoher Fels auf, der als mächtige Wand die Makarska-Riviera schützt und prägt. Oberhalb des Felsgürtels erstreckt sich eine interessante, 4 Kilometer breite wellige Hochebene mit typischem Karstrelief und den höchsten Gipfeln. Dazwischen verstreut liegen zahlreiche Dolinen verschiedener Tiefen. Dank der besonderen Formen, der Bedeutung und des Naturreichtums wurde der Biokovo zum Naturpark erklärt.

Die Pflanzenwelt des Biokovo kann man am besten bei einem Besuch des botanischen Gartens Kotišina kennen lernen, der sich an den Küstenhängen des Gebirges in einer Höhe von 350 bis 500 m ü.d.M. befindet. Von Makarska ist er nur 3 km entfernt, und zu ihm kann man mit dem Auto oder in 45 Gehminuten aus dem Zentrum von Makarska gelangen.

 

Der nordwestliche Teil des Biokovo um den Gipfel Sveti Ilija zeichnet sich durch sein besonderes Aussehen und seine Unzugänglichkeit aus, denn er hat im Unterschied zu seinem mittleren Bereich die Form eines ausgeprägten Grates. Die Gipfel Kuranik (1550 m), Sveti Ilija (1642 m) und Šćirovac (1619 m) sind wegen ihrer Lage und Höhe die am schwersten zugänglichen Punkte in Kroatien, und sie werden verhältnismäßig selten besucht. Jeder Aufstieg dauert länger als 4 Stunden und ist wegen der großen Schuttkegel (Tali) und der direkt ausgesetzten Sonnenstrahlung sehr anstrengend.

Biokovo
Alan Čaplar

Der mittlere Teil des Biokovo ist der höchste und für Ausflügler am attraktivste, weil bis zum höchsten Gipfel Sveti Jure eine Asphaltstraße führt, aber auch zahlreiche Wanderwege. Übernachten kann man in zwei Berghütten. Unter den Gipfeln des Biokovo nimmt der höchste Gipfel Sveti Jure (1762 m) einen Sonderplatz ein. Den Gipfel dominiert ein TV-Sendemast, und in der Nähe befindet sich die malerische Kirche Sv. Jure. Der Gipfel Sveti Jure ist der zweithöchste in Kroatien (nach dem Dinara-Gipfel). Da der TV-Sendemast 90 m hoch ist, ist der Endpunkt des Sendemastes der höchste „feste“ Punkt in Kroatien. Vom Gipfel hat man einen unglaublichen Panoramablick auf die Zagora und die Inseln. Bei klarem Wetter kann man die bosnisch-herzegowinischen Gebirge und den Monte Gargano in Italien sehen. Zum Gipfel gelangt man von der Küstenseite auf dem Wanderweg aus Makar über den Vošac und aus Veliko Brdo und Bašković über Lokva oder von der zagorischen Seite aus Milić und vom Gipfel Turija. Bis zum Gipfel selbst führt auch eine 23 km lange Asphaltstraße. Der Beginn der Biokovo-Straße und der Haupteingang in den Naturpark Biokovo befindet sich beim 6. Kilometer der Straße Makarska-Vrgorac.

 

Den schönsten Blick aufs Meer und die Felsen des Biokovo hat man vom Gipfel Vošac. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass dieser 1421 m hohe Gipfel nur 2100 m Luftlinie vom Meer entfernt ist, was den Besuchern einen ungehinderten und unvergesslichen Blick aus der Vogelperspektive auf die Siedlungen und Strände der Makarska-Riviera und auf die Stadt Makarska ermöglicht. Der Vošac ist ein beliebter Rastplatz für Wanderer und Ausflügler, weil zu ihm zwei eingerichtete Wanderwege aus Makarska führen. Auf dem Gipfel befindet sich eine Berghütte.

Biokovo
Alan Čaplar

Für Ausflüge auf den Biokovo ist wichtig anzumerken, dass alle Aufstiege von der Küste aus lang und anstrengend sind, weil sie zum größten Teil direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, weshalb man im Morgengrauen aufsteigen sollte. Wegen des schwierigen Terrains ist auf jeden Fall von einer Besteigung bei ungünstigen Wetterbedingungen (Nebel, Bora, Schnee) abzuraten. Für eine Besteigung sollte man sich immer gut vorbereiten. Für alle Ausflüge auf den Biokovo ist ausreichend Wasser mitzunehmen, denn auf dem Gebirge gibt es keins. Der Besuch des Biokovo ermöglicht jedoch ein einzigartiges Erlebnis des Gebirges und des Meeres, das man sich nicht entgehen lassen sollte.