Hum auf Vis

Hum auf Vis

Die ewig währende Krone der Insel

In der weiten Welt herumreisend und ihre Sehenswürdigkeiten entdeckend, versäumen wir oft, die in unserer Reichweite liegenden zauberhaften Orte zu bemerken. Orte, in die man sich leicht verlieben und die man unmöglich aus dem Herzen und der Erinnerung löschen könnte. Solche Orte gehen einem unmerklich unter die Haut, weil ihre vielen kleinen Besonderheiten manchmal anschaulicher sind, als man sie auf irgendeiner Ansichtskarte darstellen könnte.  Gerade nach der Schönheit, wie sie die Insel Vis besitzt, suchen Liebhaber des mediterranen Zaubers.

Svjetionik Stončica
Alan Čaplar

Vis ist eine dem offenen Meer zugewandte und vom Festland am weitesten entfernte mitteldalmatinische Insel. Sie ist mit ihren 18 km Länge und 9 km Breite eine verhältnismäßig kleine, sehr gebirgige Insel mit über 500 m Höhe und mit einem Netz von Wanderwegen überzogen.

 

Die Hauptlinie des Reliefs besteht aus drei felsigen Bergkämmen, deren Ausgangspunkt in der halbkreisförmigen Bergkammkette oberhalb von Komiža liegt, wo sich die höchsten Gipfel Hum und Mali Hum befinden. Von ihnen zweigen zur Stadt Vis hin Bergkämme ab, die allmählich zum Meer abfallen. Die höchste Erhebung ist Hum (587 m), aber das Hauptziel der Bergwanderer auf der Insel ist die Heiliggeist-Kapelle Sv. Duh in der Nähe. Von ihr aus sieht man tief unten Komiža liegen und auf dem Meer in der Ferne die Insel Biševo sowie bei klarem Wetter den Vulkanfelsen Jabuka.

Vis
Alan Čaplar

Außer den markierten Wanderwegen, die aus Podšpilje, Vis und Komiža zur Heiliggeist-Kapelle führen, haben fast alle alten Inselwege Markierungen erhalten, die zahllose Wanderungen ermöglichen. Besonders attraktiv ist eine Wanderung quer über die Insel, aus Vis über Titos Höhle und den Gipfel Hum nach Komiža. Für einen solchen Ausflug braucht man 5 Stunden. Der Weg beginnt in Vis dort, wo die alte von der neuen Straße nach Komiža abzweigt (1 km vom Viser Hafen entfernt). Der Wanderweg steigt zunächst eine Stunde zum Inselkamm auf, führt darüber hinweg und kommt zum Dorf mit dem ungewöhnlichen Namen Žena Glava (Frauenkopf). Vom oberen Dorfteil steigt der Weg zwischen den Häusern wieder an auf den Kamm, von wo aus sich immer schönere Ausblicke bieten.

 

Ein besonders bemerkenswerter Ort auf dem Berg Hum ist Titos Höhle, zwei kleine schmucklose Höhlenräume mit teilweise zugemauertem Eingang, wo sich Josip Broz und die Partisanenführung  während des Zweiten Weltkrieges (1944) einige Monate versteckt hielten. Zur Höhle hinauf führen 275 Stufen. Der Wanderweg, der Komiža mit dem Gipfel Hum verbindet, ist wesentlich steiler. Es empfehlt sich nicht, ihn in den Sommermonaten zu gehen, weil er permanent der Sonne ausgesetzt ist.

Vis
Alan Čaplar

Oberhalb der Stadt Vis befindet sich noch ein ausgesprochen reizvolles Bergwanderziel und zwar die Berghütte Sveti Andrija, die auf einer dominanten Erhebung über dem Hafen von Vis errichtet wurde. Aus dem Hafen von Vis gibt es zwei malerische und angenehme Wanderwege zu dieser Berghütte, so dass man den Aufstieg auch als Rundwanderweg planen kann. Beide Wege queren bald die Straße, die Vis von der Oberseite umgeht, und steigen in Kurven seitlich am Berg Sv. Andrija auf. Von der Straße zweigt ein unbefestigter Weg ab, auf dem man in etwa zehn Minuten Aufstieg auf geneigtem Terrain zur Berghütte Sv. Andrija gelangt. Von der Hütte hat man einen guten Ausblick über den größten Teil der Insel Vis und aus der Vogelperspektive auf die Stadt Vis.