Kalnik

Kalnik

Eine Felswand am Rand der Prigorje-Ebene

Ein Ausflug auf den Kalnik ist eine ausgezeichnete Wahl für jeden, der etwas Neues und Ungewöhnliches kennen lernen möchte. Im Unterschied zu den meisten anderen Gebirgen im Hrvatsko zagorje oder an seinem Rand, kann man auf dem Kalnik pittoresken senkrechten Felsen begegnen. Besonders interessant ist, dass sich diese Felsen am Rand einer ausgedehnten Ebene befinden und man von ihnen einen weiten, umfassenden Ausblick hat. Die Kalknik-Felsen gleichen einer riesigen gezackten Wand und sind für jeden, der den Kalnik von der Südseite, aus Richtung Križevci, sieht, ein ungewöhnlicher Anblick. 

Kalnik
Alan Čaplar

Der Kalnik befindet sich an der Grenze zum Zagorje, Prigorje und zur Podravina, und ist etwa 80 km von Zagreb entfernt. Hier erwarten den Besucher eine lebendige Waldlandschaft, ein Lehrpfad und die Überreste von zwei alten Burgen. Die kleinere davon befindet sich auf dem Gipfel des Mali Kalnik und die größere auf dem Veliki Kalnik. Der Große(Veliki) Kalnik war zur Zeit des Königs Sigismund zum Königspalast erklärt worden, weil dessen Frau Barbara Celjski, bekannt aus den Legenden auch als „Schwarze Königin“, oft hierher gekommen ist. Die Burg wird erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt und bestand aus drei Teilen. Der erste wurde während der Tataren-Angriffe errichtet. Eine Zeit lang versteckte sich König Bela IV. darin. Dazu gibt es die Legende von den Kalniker „Pflaumenbauern“, wonach die Bewohner der Dörfer unterhalb des Kalnik den König während dieser Zeit mit Pflaumen ernährt haben. Deshalb verlieh er ihnen Adelstitel.

 

Wer auf den Kalnik wandern möchte sollte wissen, dass der Kalnik verkehrsmäßig abseits von den Hauptverkehrswegen liegt. Mit dem Auto kann man die Straße bis zur Berghütte nutzen. Sie hat teilweise eine Steigung bis 18 %. Die Straße zur Hütte zweigt von der Straße Križevci – Gornja Rijeka ab und führt über die Dörfer Sudovec und Kalnik.

Kalnik, vrh Vranilac
Alan Čaplar

Die meisten Besucher fahren mit dem Auto zur Berghütte und beginnen von dort ihre Wanderung. Besonders interessant ist der Kalniker Lehr-Rundpfad, der über den höchsten Gipfel des Kalnik, den Vranilac führt. Er ist 5 km lang und kann bei leichter Wanderung in 2-3 Stunden begangen werden. Entlang des Weges sind zehn Tafeln mit der Beschreibung der einzelnen Sehenswürdigkeiten aufgestellt.

 

Der Gipfel Vranilac ist der höchste im Kalnik-Gebirge. Seinen Namen hat er wahrscheinlich von der Pflanze Vranilova trava – Wilder Origano. Sein Gipfel ist 643 m hoch und mit einer geodätischen Säule gekennzeichnet. Etwas unterhalb des Gipfels steht ein weithin sichtbarer TV-Sendemast. Vom Gipfel ragt in nordöstlicher Richtung eine Reihe von Felszacken empor, die von den Bergsteigern als „die sieben Zähne“ bezeichnet werden. Wanderwege führen von zwei Seiten auf den Vranilac. Der Weg von der Nordseite verlangt ziemlich gute Kletterfertigkeiten. Besser ist es, für den Auf- und Abstieg vom Gipfel die Straße zu nutzen, die vom Süden zum Sendemast führt. Den Gipfel erreicht man auch, wenn man über „die sieben Zähne“ aufsteigt. Dieser Weg wird jedoch nur erfahrenen Bergsteigern empfohlen. An einigen Stellen ist er mit Trittstiften und Seilen gesichert wie ein echter alpiner Pfad.

Veliki Kalnik
Alan Čaplar

Von der Berghütte kann man außer auf den Lehrpfad, den Vranilac oder Veliki Kalnik, auch auf den Gipfel Peca (40 Min.) oder zur malerischen Schlucht Vratno (anderthalb Stunden) gelangen. Das erste Ziel ist bekannt für seinen Pflanzenreichtum und das andere für seine Jagdhütte, den Spielplatz und den nahen Aussichtspunkt Škrinja sowie für die drei Höhlen in der Nähe.

 

Eine sehr interessante Möglichkeit ist der Aufstieg zum Mali Kalnik (40 Min.), dem felsigen Gipfel, auf dem sich die Ruine der Verlassenen Burg (Pusti grad)befindet. Der Gipfelteil des Mali Kalnik ist als botanisches Sonderreservat geschützt. Vom Mali Kalnik über den Vranilac zur Berghütte sind die Markierungen besser und der Weg ist angenehm, weil er in gleichbleibender Höhe und im Schatten des Waldes verläuft.