Mosor

Mosor

Ein mächtiges Juwel des Karstes in Reichweite von Split

Wie auch die anderen Gebirge der Dinariden erstreckt sich der Mosor in Richtung Nordwest-Südost parallel zur Adriaküste. Dank seiner Höhe bietet er außerordentliche Ausblicke aufs weite Meer und auf die Inseln. Die hohen Gipfel des Mosor haben keine senkrechten Felsen wie viele alpinen Gipfel und auch keine üppigen Wälder wie die Gebirge im Landesinneren, aber doch alles Notwendige, um jeden Freund des Bergwanderns sofort zu begeistern, der sich danach immer wieder zu ihm hingezogen fühlen wird.

Poljica s Mosora
Alan Čaplar

Der Mosor ist ein hohes Karstgebirge, das den Raum zwischen Split und Omiš dominiert. Vom Kozjak ist er durch die tiefe Schlucht Klis getrennt. Im Südosten erstreckt er sich bis zum Fluss Cetina. Sein höchster Gipfel ist der 1339 Meter hohe Veliki Kabal. Die Gesamtlänge des Gebirges beträgt 25 km. Sein Hauptmerkmal ist der felsige, kahle weiße Kalksteinkamm, von dem aus beidseitig steile, felsige Hänge abfallen. Den Nordhang kennzeichnen zahlreiche Karren, tiefe Dolinen und Schachthöhlen, besonders um den abseits gelegenen Gipfel Jabukovac, und den Südhang terrassenartige Senken. Der Kamm des Westteils des Mosor erstreckt sich von Klis bis zum Pass Ljubljanski prijevoj. Die höchsten Erhebungen in dem Bereich sind Debelo brdo, Plišivac und Kunjevod. Der mittlere, höchste und meistbesuchte Teil des Mosor ist das Gebiet um den herausgehobenen Kamm mit den Gipfeln Ljubljan und Veliki Kabal. Der Ost-Mosor erstreckt sich vom Pass Ljuto kame bis zum Fluss Cetina. Hier reihen sich die Gipfel Botajna, Sveti Jure (Kozik) und Lišnica aneinander.

Mosor
Alan Čaplar

Der Mosor hat schon immer Bergsteiger, Alpinisten und Speläologen angezogen. An schönen Tagen kann man von ihm eindrucksvolle Ausblicke nach allen Seiten genießen. Am schönsten jedoch ist, von oben die bekannten Umrisse der Stadt Split zu betrachten. Dank des großen Netzes markierter Wege sind sehr interessante Ausflüge möglich, von leichten Halbtagswanderungen bis zu anspruchsvollen mehrtägigen Bergtouren. Die Hauptzugangswege zu den Gipfeln des Mosor beginnen im Poljice-Dorf Sitno Gornje. Bis hierher verkehrt eine regelmäßige Buslinie aus Split. Bis zur Berghütte Umberto Girometta braucht man weniger als eine Stunde Aufstiegs. Von hier aus führen Wegweiser weiter zu attraktiven Gipfeln und zu anderen Zielen.


An der Nordseite des Gebirges, bei Dugopolje, befindet sich das interessanteste Karstphänomen des weiteren Mosor-Gebietes, die Höhle Vranjača. Sie besteht aus zwei Sälen. Der erste Saal war bereits im 19. Jahrhundert bekannt und hat keine Tropfsteine. Der zweite Saal wurde 1903 vom Eigentümer des Grundstücks, Stipe Punda, entdeckt. Er begeistert mit seinem Tropfsteinschmuck in verschiedenen Formen und Farben. Die Gesamtlänge der Höhlenkanäle beträgt etwa 360 Meter.

Mosor
Alan Čaplar

Man sollte damit rechnen, dass der Karst, die sommerliche Sonneneinstrahlung  und der Durst das Bergsteigen in diesem Terrain anstrengend machen. Deshalb sollte man den Aufstieg in den frühen Morgenstunden planen und langes Wandern, vor allem in den Mittags- und Frühnachmittagsstunden, vermeiden. Der gesamte Mosor ist wegen des Karstes wasserlos, außer in seltenen Bereichen um vereinzelte Quellen und Wasserlöcher. Man sollte auf jeden Fall ausreichend Wasser dabeihaben. Ein gut vorbereiteter Besuch des Mosor bietet jedoch ein einzigartiges Erleben des Gebirges und des Meeres, das man nicht versäumen sollte.