Osoršćica

Osoršćica

Auf der Spur des österreichischen Thronfolgers über die Gipfel von Lošinj

Die Inseln Lošinj und Cres zählen zu den bergigsten kroatischen Inseln, und es wundert nicht, dass sie bereits im 19. Jahrhundert die Aufmerksamkeit der Bergsteiger auf sich zogen. Das Osoršćica-Gebirge ist 589 Meter hoch, und im Jahr 1889 erklomm es der österreichische Thronfolger Rudolf II. Im bergsteigerischen Sinn ist die Osoršćica  wegen der schönen Aussicht, der Zugänglichkeit und der Berghütte auf ihrem Rücken eines der attraktivsten, wenn nicht das attraktivste Gebirge der kroatischen Inseln. Außer dem Meer am Fuße der Osoršćica sieht man von ihrem Kamm aus den Velebit in seiner ganzen Länge sehr gut. Das ist vielleicht der schönste Blick auf den Velebit überhaupt.

Osoršćica
Alan Čaplar

Die Osoršćica bietet sich für Ausflüge während des ganzen Jahres an, was viele Touristen nutzen, die sich auf der Insel Lošinj aufhalten. Sie ist ein typisches Karstgebirge aus Kalkstein mit allen Merkmalen, die für die Küsten- und Inselgebirge typisch sind. Den Namen erhielt sie nach dem Städtchen Osor, das sich unmittelbar unter ihr befindet. Interessant ist jedoch, dass Osor nicht auf der Insel Lošinj liegt, sondern auf der Nachbarinsel Cres. Der Name entstand bereits, als Osor noch nicht durch die heutige Meerenge von Lošinj getrennt war. Der Durchbruch ermöglichte die Durchfahrt für Schiffe und verkürzte den Seeweg.


Die Hauptaufstiegsrouten auf die Osoršćica beginnen in Osor und in Nerezine an der Ostküste von Lošinj. Der Wanderweg auf den Gipfel Televrina beginnt auf der Lošinjer Seite bei der Erweiterung neben der beweglichen Brücke von Osor. Die Wandermarkierungen führen über die Straße und durch den Wald zum Karstrücken Mazova gora, auf dem die Berghütte Sveti Gaudent (274 m) steht. Die Hütte trägt den Namen des mittelalterlichen Bischofs und Heiligen von Osor, der 1050 gestorben ist. Nach der Legende lebte er als Einsiedler in einer Höhle unter dem Televrina. Von der Hütte bietet sich ein weiter Blick nach drei Seiten hin. Dank der Entfernung von Siedlungen und Licht wird sie auch gerne nachts zum Betrachten des Sternenhimmels genutzt.

Osoršćica
Alan Čaplar

Über den Bergrücken der Osoršćica führt ein leicht zu begehender Bergpfad, auf dem man den höchsten Lošinjer Gipfel Televrina erreicht. In einem Teil des Pfades sollte man sich mit den Händen am Fels festhalten, aber er ist nicht schwierig und nicht gefährlich. Vom Gipfel herab führt ein markierter Weg durch eine wunderschöne Kiefernallee. Auf halbem Weg nach Sveti Mikula zweigt der Zugang zur kleinen Höhle Sv. Gaudent ab, in die sich der Bischof der Legende nach eine Weile zurückgezogen hatte.

 

Der windungsreiche Aufstieg aus Nerezine dauert anderthalb Stunden. Er führt an einem Tümpel und Rastplatz vorbei auf den Gipfel Sveti Mikula (557 m). Von dem Gipfel bietet sich ein weiter Ausblick aufs Meer und auf den Südteil von Lošinj, zweifellos der schönste Gipfel Lošinjs. Auf ihm befindet sich eine Kapelle aus behauenem Stein.

 

Das Netz von Wanderwegen ermöglicht einen interessanten ausgedehnten Ausflug aus Osor über die Osoršćica bis nach Nerezine. Für einen solchen Ausflug sollte man 4-5 Stunden einplanen. Außer auf der Osoršćica ist auf der gesamten Insel eine Reihe von Wanderwegen eingerichtet, die das touristische und Bergsteiger-Angebot ergänzen. Sollten Sie die Lošinjer Gipfel erklommen haben, werden sie voller herrlicher Eindrücke zurückkehren, die auch das Bad im Meer am Ende des Ausflugs nicht abwaschen kann.