Papuk

Papuk

Ein Gebirgsschatz in der Ebene Slawoniens

Spricht man über Slawonien, denkt man in der Regel an eine weite Tiefebene. Dieses vereinfachte Bild von Slawonien widerlegt jedoch die Kette bewaldeter Gebirge, die wie ein riesiges natürliches Hufeisen das fruchtbare Becken von Požega – das  Goldene Tal – umgeben. Wahr ist, dass es in den slawonischen Gebirgen keine großartigen Felsen und schroffen Berggipfel gibt, aber hier entfaltet sich der Reichtum der weithin bekannten slawonischen Wälder. Die slawonischen Gebirge haben sicher etwas, womit sie die Besucher begeistern können.

Papuk, Jankovac
Alan Čaplar

In den Urzeiten des Pannonischen Meeres überragten die Gipfel des Papuk die Meeresoberfläche als Inseln. Bis heute sind im gesamten Gebirge wichtige Zeugnisse der geologischen Vergangenheit dieses Gebietes sichtbar. Nirgends besser als hier zeugen die Felsen und die eingeschlossenen Fossilien von den stürmischen geologischen Veränderungen in der Erdgeschichte. Hauptnaturmerkmale des Papuk sind jedoch nicht schroffe Felsen, sondern vor allem sanfte Natur. Man sollte nicht vergessen, dass der Papuk eine der bestbewahrten Landschaften Kroatiens ist und seine Hänge und Pfade ein ruhiges Rückzugsgebiet für alle sind, die Ruhe und Erholung in ursprünglicher Natur suchen. Das idyllische Tal Jankovac, der schönste Ort im slawonischen Gebirge, ist ein echtes Gebirgsphänomen.

 

Jankovac ist der zentrale Ort, sich zu versammeln, gesellig beisammen zu sein und zu spielen. Im Jankovac-Tal finden sich auf kleinem Raum schöne Wiesen, zwei künstliche Seen, ein starker Bergquell und über ihm ein Fels mit zwei interessanten Höhlen. Unterhalb des Tals ergießt sich ein 30 m hoher Wasserfall vom Fels. Das gesamte Tal erhielt seinen Namen vom Grafen Josip pl. Janković aus Voćin, der sein luxuriöses Leben in Wien aufgab und sich in die geliebte Wildnis der Wälder des Papuk zurückzog. 

Jankovac
Alan Čaplar

Am besten erlebt man Jankovac bei einer Wanderung durch den schattigen hundertjährigen Buchenwald. Der gräfliche Lehrpfad beginnt bei der Berghütte und führt am See entlang, dann weiter leicht ansteigend durch den Wald bis zur heutigen Quelle des Baches Jankovac. Oberhalb der Quelle gibt es zwei Höhlen, eine war das ehemalige Versteck des Papuker Räubers Maksim Bojanić und die andere ist die letzte Ruhestätte des Grafen Janković. Leicht wandert man weiter auf dem Grafen-Pfad und erreicht bald den „Glasmacher-Friedhof“, wo sich die ersten Bewohner des Jankovac-Tales, die Ende des 18. Jahrhunderts aus Österreich kommenden Glasmacher, hier angesiedelt haben. Es lohnt sich auch, einen Abstecher zum Jankovac-Wasserfall Skakavac zu machen, dem größten in Slawonien. In einigen tausend Jahren, die das Wasser auf die Kalksteinfelsen gespritzt ist, hat es eine eindrucksvolle Travertin-Barriere geschaffen.  Größe und Kraft des Wasserfalls variieren je nach Wassermenge. Das Wasser des Jankovac-Baches verbindet sich unterhalb des Wasserfalls mit den Wassern des Baches Kovačica. Gemeinsam fließen sie steil und tosend hinab durch einen felsigen Canyon und weiter Richtung Norden.

Jankovac
Alan Čaplar

Auf den Jankovac kann man aus zwei Richtungen gelangen. Der Haupteingang in den Naturpark Papuk ist von der Südseite in Veliko, wo sich das Besucher-Informationszentrum befindet. In unmittelbarer Nähe des Zentrums, hinter der Kirche Sv. Augustin, ist die Thermalquelle Veličke toplice, wovon einige markierte Wanderwege in das Innere des Papuk führen. Von der anderen, der Nordseite kann man den Jankovac über die Straße aus Slatinski Drenovac erreichen. Wanderfreudigen Besuchern stehen zahlreiche angenehme Wanderwege zur Verfügung. Besonders hervorzuheben ist der Weg über den felsigen Gipfel Lapjak  und der Weg durch Duboko, das Tal des Baches Dubočanka.