Sniježnica im Konavle

Sniježnica im Konavle

Der südlichste kroatische Tausender

Unter den attraktivsten kroatischen Gebirgen nimmt die Sniježnica über dem Konavle einen Sonderplatz ein. Sie begrenzt das weiträumige Konavle-Feld von Osten. Das Konavlje wird an seiner nordöstlichen Seite von den herzegowinischen Bergen, im Osten vom montenegrinischen Teil des Orjen, im Süden von der Adria und im Westen von der Stadt Cavtat mit der Župa dubrovačka und der Siedlung Zvekovica begrenzt. Die Form der Sniježnica ist länglich. Die Länge beträgt etwa 40 km und die Breite variiert von 2 bis 15 Kilometer.

Sniježnica
Alan Čaplar

Über dem weiträumigen Konavle-Feld erheben sich malerische Berge mit einer Reihe von Konavle-Siedlungen: Kuna Konavoska, Duba Konavoska, Brotnice, Šiljesci, Velji Do und andere. Der Gipfel Sveti Ilija auf der Sniježnica ist der südlichste kroatische Tausender und ein typisches Karstgebirge mit Kalksteinfelsen und karger mediterraner Vegetation. Den Namen erhielt sie vom Schnee, der sich im Gipfelbereich ziemlich lange halten kann, manchmal bis Mai. Der Grund dafür ist eine große Niederschlagsmenge. Außerdem ist der Einfluss vom Norden mit seinen niedrigen Temperaturen trotz der Nähe des Meeres entscheidend.

Sniježnica
Alan Čaplar

Der Ausgangspunkt für den Aufstieg auf die Sniježnica ist die Siedlung Mihanići in der Nähe von Pridvorje am östlichen Rand des Konavlje-Feldes. Etwa 500 Meter hinter der Post in Pridvorje zweigt bergauf vor Lovorno eine enge Asphaltstraße zum Dorf Kuna Konavoska ab (721 m). Die Straße steigt in scharfen Kurven 5 km steil an bis Kuna, wo die Wandermarkierung beginnt. Im Dorf befindet sich die südlichste Berghütte Kroatiens „Škola Kuna Konavoska“, für die die Dubrovniker Bergsteiger Sorge tragen.


Die Wandermarkierung verfolgt einen breiten ausgebauten Weg aus dem Dorf, der ohne große Steigungen und anspruchsvolle Details durch Macchia und einen schattigen Küstenwald verläuft. Im unteren Teil des Pfades befindet sich in seiner Nähe das interessante Kirchlein Sv. Nikola aus dem 16. Jahrhundert mit mittelalterlichem Friedhof und einigen gut erhaltenen Bogumilen-Stećci. Der Weg wurde noch zur Zeit Österreich-Ungarns gebaut und diente zum heraufziehen der Kanonen auf den Gipfel der Sniježnica. Da der Weg in einem weiten Bogen und mit vielen Kurven bergauf führt, gibt die Markierung Abkürzungen vor bis der Pass Duži erreicht wird. Von hier hat man einen übersichtlichen Blick auf die Gebirge in der Herzegowina und in Montenegro. Vom Pass aus sollte man in Richtung Westen gehen und als Orientierungspunkt den Gipfelrücken der Sniježnica vor sich haben. Dieser Teil des Weges ist nicht markiert, aber wegen der Breite des Weges (ähnlich dem Premužić-Pfad auf dem Velebit) kann man sich unmöglich verlaufen. Von Kuna Konavoska bis zum Gipfel der Sniježnica braucht man insgesamt etwa zwei Stunden leichten Wanderns.

Sniježnica
Alan Čaplar

Sveti Ilija (1234 m) ist der höchste Gipfel der Sniježnica und der höchste in der Gespanschaft Dubrovnik-Neretva. Östlich vom Gipfel befindet sich die Kapelle Sv. Ilija aus dem 19. Jahrhundert aus behauenem Stein im Fels. Nach ihr hat der Gipfel seinen Namen erhalten. Tief unten sieht man schön das Konavle-Feld und den Dubrovniker Flughafen in Čilipi liegen. Der Blick schweift weiter zu den Inseln des Dubrovniker Archipels, den Elaphiten, nach Mljet, Korčula, Lastovo und zur Halbinsel Pelješac, sowie zu den hohen bosnisch-herzegowinischen  Gebirgen Čvrsnica, Prenj, Velež, Zelengora und anderen, dann weiter zu den montenegrinischen Gebirgen Durmitor, Orjen, Subra, Lovćen und südlicher bis nach Komovi und Prokletije. Wallfahrten zum Kirchlein finden jedes Jahr an Pfingstmontag und die traditionelle Bergwandertour auf den Gipfel der Sniježnica am 26. Dezember in Erinnerung an die Erstbesteigung der Dubrovniker Bergsteiger im Jahr 1928 statt.