Učka

Učka

Die stolze Hüterin Istriens und des Kvarners

Der Učka ist das einzige Gebirge der Dinariden, das sich in Richtung Nordost-Südwest erstreckt, vertikal zu ihrer Erstreckungsrichtung. Steile Hänge, an denen sich Felsen, Wälder und Wiesen mit weiten, umfassenden Ausblicken von seinen Gipfeln abwechseln sowie zahlreiche Wasserquellen und Siedlungen, die isolierte Lage und die Nähe des Meeres machen den Učka einzigartig. Schön ist es, dieses Gebirge von weitem aus dem Inneren Istriens, aus Rijeka oder aus dem Gorski kotar sowie auch von den Kvarner-Inseln aus zu betrachten.

Učka
Alan Čaplar

Der Učka begrenzt die istrische Halbinseln von ihrer Ostseite und trennt Istrien scharf vom Küstenland (Primorje) ab. Er erstreckt sich 20 km lang vom Gebirgspass Poklon bis zur Bucht von Plomin, wo er abrupt ins Meer abfällt. Obgleich seine Gipfel nicht besonders hoch sind, erscheint der Učka wegen der steil zum Meer abfallenden Hänge sehr viel Höher als er in Wirklichkeit ist. Der Aufstieg vom Meer zum Gipfel ist keineswegs  kurz und auch nicht einfach, weil 1400 Meter Höhenunterschied zu bezwingen sind.

 

Der Hauptausflugs- und Ausgangspunkt auf den Učka ist der Gebirgspass Poklon, zu dem aus allen Küstenorten wie Opatija, Ičići, Ika, Lovran, Medveja, Mošćenička Draga, Wege führen. Für den Aufstieg von der istrischen Küste bis zum Poklon braucht man aus allen Orten 2-3 Stunden. Für diejenigen, die den schönsten Gipfelteil des Učka erleben möchten, empfiehlt sich, mit dem Auto bis zum Poklon zu fahren und dann weiter bis zum Vojak aufzusteigen. Vom Poklon aus sieht man zum ersten Mal das Meer und Rijeka, weshalb er schon immer ein beliebter Rastplatz für Reisende war. Wenn die Pilger aus Istrien von diesem Ort aus zum ersten Mal Trsat sahen, beteten sie hier regelmäßig zur Muttergottes von Trsat. Die Erinnerung an diesen Brauch findet sich in der Bezeichnung Poklon (Gabe, Verneigung) wieder.

Učka 1600
Alan Čaplar

Den Učka von weitem betrachtend, kann man sich vorstellen, dass sein höchster Gipfel ein schöner Aussichtspunkt ist. Der Blick vom Vojak ist einer der eindrucksvollsten in Kroatien, weil es weithin keinen höheren Gipfel gibt, der den Blick in die Ferne verstellen könnte. An klaren Tagen sieht man ganz Istrien und die Kvarner-Bucht mit den Inseln, die Gebirge des Gorski kotar, den Velebit, und nicht selten reicht der Blick bis zu den Alpen und nach Italien. Der Gipfel des Učka hat eine längliche Form und eine sehr scharfe Kammlinie, die von einer Seite steil abfällt zum Čepićko polje und von der anderen Seite zur Kvarner-Bucht. Den Gipfel kennzeichnet ein runder Steinturm, dessen obere Terrasse als Aussichtsplattform und das Innere als Souvenirladen dient.

 

Der Učka setzt sich vom Poklon aus in nordöstlicher Richtung im Gebirge Ćićarija fort. Es hat völlig andere Merkmale, ist nicht annähernd so steil wie der Učka, sondern eigentlich eine weiträumige Hochebene mit einigen geringer herausgehobenen Gipfeln, zwischen denen hindurch sich eine Bergstraße schlängelt, die an die zehn malerische Dörfer miteinander verbindet.

Učka
Alan Čaplar

Von allen Sehenswürdigkeiten auf dem Učka ist Vela draga am attraktivsten. Sie liegt in der Nähe des istrischen Učka-Tunneleingangs und ist leicht auszumachen, weil zu ihr hinunter ein gut zugänglicher geologischer Lehrpfad führt. An Wochenenden oder im Sommer kann man viele Kletterer an den Felsen sehen, weil Vela draga einen der beliebtesten kroatischen Klettersteige hat.

 

Die üppige Pflanzendecke des Učka, die einer beachtlichen Niederschlagsmenge geschuldet ist, unterscheidet ihn von allen anderen Gebirgen am Meer. Eine Besonderheit der Osthänge sind die Wälder der Esskastanien, bekannt auch als Maronen. Wegen all dieser Charakteristiken wurde der Učka 1999 zum Naturpark erklärt. Jeder seiner Winkel bietet etwas Neues, ideal für jene, die vielfältige Bergwander- und Kletterherausforderungen lieben.